Eigenschaften GNRT

Empfängertypen

GNRT ist empfängertyp-unabhängig konzipiert. Grundsätzlich werden daher von GNRT alle wichtigen Empfängertypen wie Javad, Ashtech, Leica, Trimble, Zeiss u.a. unterstützt. Es können Zweifrequenzempfänger ebenso wie Einfrequenzempfänger verwendet werden, wobei alle verfügbaren Informationen (Code, Trägerphasen) genutzt werden. Neben reinen GPS-Empfängern unterstützt GNRT auch GLONASS-oder hybride GPS/GLONASS-Empfänger.

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Standardisierte Datenformate

GNRT arbeitet mit standardisierten Datenformaten. Die Korrekturdaten sind RTCM-kompatibel, die Echtzeitergebnisse werden u.a. in verschiedenen NMEA-Formaten bereitgestellt. Für eine spätere Postprozessierung können die Empfängerrohdaten im RINEX-Format aufgezeichnet werden.

Präzises DGPS mit GNRT-K

Durch das Modul GNRT-K wird die hochgenaue Trägerphasenlösung auf der GNRT-Mobilstation aktiviert. Mit seiner schnellen Mehrdeutigkeitsbestimmung, die sowohl bei statischer als auch bei bewegter Antenne (OTW4), durchgeführt werden kann, ist innerhalb weniger Sekunden eine Genauigkeit von bis zu einem Zentimeter oder besser verfügbar. Eine schnelle Initialisierung der Mehrdeutigkeiten auf einem bekannten Punkt ist ebenfalls möglich.

4 OTW: OTW On-the-way Mehrdeutigkeitsbestimmung, auch unter den Bezeichnungen On-the-Fly (OTF) oder On-the-Track (OTT) bekannt.

Ein-/Zweifrequenzempfänger, GLONASS

GNRT ist sowohl mit Einfrequenz- als auch mit Zweifrequenzempfängern einsetzbar. Die wesentlich teureren Zweifrequenzempfänger bieten im wesentlichen die Vorteile der höheren Genauigkeit bei größeren Entfernungen und der schnelleren Initialisierung der Mehrdeutigkeiten bei Trägerphasenmessungen. Bei vernetzten Referenzstationen lassen sich auch mit Einfrequenzempfängern noch gute Genauigkeiten erreichen. Durch den Einsatz von hybriden GPS/-GLONASS-Empfängern können die Initialisierungszeiten der Mehrdeutigkeitsbestimmung drastisch reduziert werden, so daß auch hier mit Einfrequenzempfängern gute Ergebnisse erreicht werden können.

Koordinatentransformation

GNRT beherrscht die Koordinatentransformation vom Globalen WGS845in das DHDN6, in STN42/837 oder in beliebige lokale Koordinatensysteme:

5 WGS84 World Geodetic System von 1984, globales Koordinatensystem, in dem alle internen GPS-Beobachtungen und -Berechnungen durchgeführt werden
6 DHDN Deutsches Hauptdreiecknetz, Bezugsystem der (west)-deutschen Landesko ordinatensysteme
7STN Staatl. Trigonometrisches Netz der DDR, Bezugssystem in einigen ostdeutschen Bundesländern

Rechner-Plattform

GNRT läuft auf einem Standard-PC unter einem graphischen Multitasking-Betriebssystem. Je nach Einsatzbereich kann ein Tischrechner, Notebook oder Pentop für GNRT eingesetzt werden. Damit ist die Verwendung der graphischen Benutzeroberfläche auch im Außendienst möglich, was das GNRT-System besonders für den Feldeinsatz bei Absteckung und Punktaufnahme oder GIS-Anwendungen prädestiniert. Die akustische Unterstützung erlaubt in vielen Fällen ein Arbeiten auch ohne ständige Kontrolle des Displays. Für den unbedienten Einsatz z.B. bei Überwachungsmessungen kann GNRT auch für den automatischen Betrieb konfiguriert werden.

Graphisches Feldbuch

Alle Koordinaten von GNRT lassen sich auf derselben Rechnerplatform in einem Graphischen Feldbuch in Echtzeit weiterverarbeiten. Dies erlaubt die einfache und schnelle Orientierung vor einem eingelesenen Kartenhintergrund oder auch die einfache Erfassung und Bearbeitung von Bestandsplänen direkt in der Karte. Für spezielle Einsatzgebiete, z.B. aus dem GIS-Bereich, lassen sich eigene Attribute definieren, die zusammen mit den Koordinaten in einer SQL-Datenbank abgelegt werden.

Integrationsfähigkeit

GNRT ist modular aufgebaut und kann jederzeit um neue oder aktuelle Programmodule erweitert werden. Mit seinen standardisierten Schnittstellen und Formaten ist GNRT leicht in andere Systeme (z.B. Navigationssysteme, Gleismesssysteme) integrierbar oder kann selbst Informationen von externen Systemen (z.B. von Inertialsystemen u.a. Sensoren) integrieren. Dank des zugrundeliegenden Multitasking-Betriebssystems kann nutzereigene oder fremde Software auf demselben Rechner laufen wie GNRT und direkt mit den internen Strukturen (Pipes, Shared Memory) von GNRT kommunizieren 8.

8 z.B. das CAD-System Mirco Station von Bentley, das Hydrographische Meß- und Auswertungssystem HYMAS der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz, oder die Software SEADAT von HPC in Hamburg

Skalierbarkeit

GNRT deckt je nach Konfiguration die unterschiedlichsten Genauigkeitsbereiche ab. In seiner einfachsten Konfiguration liefert GNRT DGPS-Genauigkeitsbereiche von etwa einem Meter. Nach Aktivieren des RTCM++-Formates läßt sich mit trägerphasengeglätteten Codebeobachtungen die Genauigkeit auf etwa 0,5m verbessern. Mit dem Trägerphasenmodul GNRT-K erreicht das System die Genauigkeit von bis zu einem Zentimeter. Noch genauere Koordinaten erhält man bei einer Echtzeit-Multistationslösung mit mehreren Referenz- und Mobilstationen und dem Modul GNNET. Für Anwendungen mit höchsten Genauigkeitsanforderungen können durch spezielle Kalibrierungsverfahren die genauigkeitsbegrenzenden Fehlereinflüsse wie Mehrwegeausbreitungen und Antennenphasenexzentrizitäten erfaßt und korrigiert werden. Hierdurch wird GPS erstmals auch für hochpräzise Ingenieurvermessungsaufgaben mit einem Genauigkeitsanspruch von bis zu einem Millimeter einsetzbar (z.B. permanentes Objekt-Monitoring mit GNPOM).

Remote Tracking

Mit dem Zusatzmodul “Remote Tracking” ist GNRT in der Lage die Position einer der mehrerer GNRT-Mobilstationen auf der Basisstation zu empfangen und darzustellen oder anderweitig zu verarbeiten.

Multistationslösung

GNRT-K ist das zur Zeit einzige RTK-System, das im Multistationsbetrieb arbeitet. Es können sowohl mehrere Referenzstationen als auch mehrere Mobilstationen in einem Prozeß ausgewertet werden. Hierdurch lassen sich Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von präzisen RTK-Lösungen nochmals steigern.

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